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Die Alpine A108

Das Citroën 11 BL Cabriolet

Christian Heussi

2003

Nuit Franc Comtoise

Montlhéry

Tulpenrallye

Renault Dauphine Treffen

Deutschland CVC-Citroën Treffen Altenkirchen

ACC-Citroën Treffen in Kronach D

10. Renault Treffen Winterthur

9. Rallye des Grand Mères

Treffen der Freunde der Klausenrennen

Gabelbachbergrennen, Ilmenau (Thüringen) 23. August

Oldtimer Grand Prix Safenwil 7. September

Bergrennen Ollon-Villars 20. bis 21. September

Eifel Klassik 3. bis 5. Oktober

Routes des Vosges 24. bis 26. Oktober

2002

Vintage Montlhéry

Course de Cote de 3 Epis

Mont Ventoux

Alpine Treffen

Oldtimerclassic of Speed Hittnau

Klausenrennen Memorial

2001

Rallye Monte Carlo Historique

16. San Remo Storico (I)

4. Vintage Montlhery Lalique (F)

25. Internationales CVC Deutschlandtreffen in Berlin (D)

Citroën Oldtimer Treffen in Memmingen (D)

St-Ursanne - Les Rangiers

St-Hippolyte - MontÉcheroux (F)

Rallye des GrandeMères in Le Mans (F)

Treffen der Freunde der Klausenrennen

Rundstreckenrennen Schleizer Dreieck (D)

Grillparty des CTAC, Sektion Nord

Sternfahrt auf den Klausenpass

Oldtimer Grand Prix Safenwil

Alpine Europatreffen in Rust (D)

Bergrennen Ollon-Villars

Retromotor Tübingen

Jochpass- Oldtimer - Memorial

Mit der Alpine A 108 auf der Monte Carlo Historique


26. bis 31. Januar 2001


Bericht von Regine Hansche

Seit 1998 betreiben Christian Heussi und Regine Hansche mit ihrem Alpine A 108 historischen Rallyesport. Es ist eines von fünf 1957 gebauten Werksautos von Alpine, ist das Fahrzeug, auf dem Jean Vinatier von 1957 bis 1960 grosse Erfolge bei verschiedenen Rallyes in ganz Europa erzielte, unter anderem an der Mille Miglia 1957, Monte Carlo Rallye 1957 bis 1960, Tour de France 1958 bis 1960 usw. 1961 kam es in die Schweiz und belegte 1961 und 1962 den 2. Platz an den Schweizer Meisterschaften. Nach einem Bruch der Frontscheibe geriet es völlig in Vergessenheit, bis es über Claude Fresàrd zu Gabriele Moretti in den Tessin kam, der es teilweise restaurierte. Christian Heussi sah die einzigartige Alpine an einer Ausstellung im Museum "Alte Garage" in Rorschach, und baute es innert drei Monaten wieder zu einem funktionierenden Rallyefahrzeug um.

Oft wird die A 108 mit einem Alpine A 106 verwechselt, allerdings ist nur die Form identisch, hat jedoch im Gegensatz zum A 106 schon viele Einzelteile vom Renault Dauphine, und viele Teile wurden extra für die Rallyefunktion des Fahrzeugs in der Zeit angepasst.

Grandiose Vorbereitungsarbeiten zum historischen Monte Carlo Rallye

Christian Heussi wollte, nachdem er letztes Jahr vom fünfgängigen Claude-Getriebe zu einem normalen Viergang-Getriebe wechseln musste, das Originalgetriebe wieder instand setzen. Auch verbesserte er das Bremssystem, nachdem er während einem früheren Rallye dieselben Probleme hatte, über die Jean Redele in seinen Memoiren über die Mille Miglia schrieb. Wir meldeten uns sechs Wochen nach Anmeldefrist an das Rallye an, aber die Alpine verhalf uns doch wieder zu einem Startplatz in diesem ausgebuchten Rallye. Als zwei Tage vor der Abreise während einer letzten Probefahrt ein kapitaler Getriebeschaden auftrat, gaben wir das Unternehmen fast auf. Christian hatte die falsche Vorlegewelle eingebaut, drei Millimeter zu lang, und verlor dadurch das Getriebeöl, aber innert einem Tag konnte das Getriebe ausgebaut und der Schaden behoben werden. Am Freitag, 25. Januar konnten wir dann doch Richtung Italien starten. Wir hatten den Startplatz Turin gewählt, da wir so mit dem Hänger zum Start fahren und das Zugfahrzeug bei Bekannten im Piemont zurücklassen konnten.

Turin

Startplatz Turin

Abends spät erreichten wir Turin und am frühen Nachmittag begann die technische Wagenabnahme auf dem Piazza San Carlo im Zentrum der Stadt. Unter den zahlreichen enthusiastischen Zuschauer begeisterten sich viele an der ungewöhnlichen Alpine, den meisten bis dann unbekannt. Aus Turin starteten 86 von insgesamt 262 Eqippen, 25 auf Renault Alpine A 110 und A 310. Wir starteten in der beginnenden Dämmerung um h 18.30, es brauchte mehr als eine Stunde, um aus der Millionenstadt Turin Richtung Frankreich zu kommen. Durch den Tunnel de Frejus ging es über die Nationalstrasse N6, teilweise vereist, zuerst zu einer Durchfahrtskontrolle in Aiguebelle und weiter nach Chambery zur ersten Zeitkontrolle. Nach insgesamt 431 Kilometern erreichten wir die nächste Zeitkontrolle in Digoin, wo auch die Teilnehmer, die aus Oslo, Bad Homburg und Reims gestartet waren, zu uns trafen. "Turin" startete als erste zur streckenmässig langweiligen Etappe über Le-Puy-en-Velay nach Vals-les-Bains. Dort trafen wir schon um h 8.00 ein, durften aber erst um h 9.30 einstempeln, das bedeutete, Kaffee trinken, um nicht ein zu schlafen. Christian vertrug ihn nicht so gut, und als wir um h 10.00 das Hotel erreichten, wo man natürlich erst ab Mittag einchecken durfte, nahm er mit einem ungemachten Bett zu liebe. Inzwischen erreichten auch die in Barcelona gestarteten Teilnehmer Vals-les-Bains. Ohne unser Assistenzfahrzeug mit Gabriel Egloff, wäre es fast unmöglich gewesen, das Hotel zu erreichen und umh 13.00 wieder zu starten. Inzwischen regnete es in Strömen und während der ersten Spezialprüfung über die Pässe Col Croix-de-Bauzon und Col-de-Pendu schneite es ununterbrochen. Die Fahrer, die beschlossen hatten, noch vor dem Start Spikes zu montieren, kamen auf der tief verschneiten Fahrbahn am besten vorwärts. Das gleiche galt für die nächste Spezialprüfung des Tages, die berühmte Runde von Burzet nach Lachamp-Raphaël und über die D 215 wieder talwärts nach Burzet. Das Rallye wurde eigentlich schon an diesem Nachmittag entschieden, die meisten verloren auf diesen Spezialprüfungen, die in Zehntelsekunden gemessen wurden, so viel Zeit, dass diese in den nächsten Rallyetagen nicht mehr gut gemacht werden konnte. Auch wir ruderten mehr oder weniger Richtung Passhöhen, talwärts hatte Christian Probleme mit seinen Trommelbremsen, die vorderen Bremsen blockierten, und konnte so auch nicht zu viel riskieren. Abends fielen wir nach vierundzwanzig Stunden und über 950 Kilometern konzentriertem Fahren sehr müde ins Bett.

Vereiste Strassen fordern viele Blechschäden

Kalt!

Der nächste Tag ergab mit 268 Kilometern relativ wenig Rallyekilometer, war aber dafür um so anspruchsvoller. Nachdem wir am Vortag auf den Gleichmässigkeitsprüfungen insgesamt über vierzehn Minuten verloren hatten, starteten wir als hundertsiebente zu den nächsten Etappen. Eine Spezialprüfung führte von Burzet über Lachamp-Raphaël, die Strecke wurde nun im Gegensatz zum Vortag bergauf gefahren und hatte sich nach über 260 Fahrzeugen und einer frostigen Nacht in eine reine Schlittelbahn verwandelt, nach St-Andeol-de-Fourchades auf kleinsten, schneebedeckten Strassen und nach einer Überführungsetappe nach St-Bonnet-le-Froid zu einer Spezialprüfung über St-Julien-Molhesabate zum Col des Baraques. Hier waren die Strassenverhältnisse vor allem sehr eisig, und verschiedene Fahrzeuge kamen von der Fahrbahn ab, und man hatte viele Blechschäden zu beklagen. Nach der Mittagspause ab Laslouvesc besserten sich die Strassenverhältnisse, endlich konnten die Spezialprüfungen auch echt sekundengenau gefahren werden, was ja bis dann den Umständen entsprechend nicht möglich war, bis dann galt nur, nicht zuviel Zeit zu verlieren. Über La Batie d'Andaure erreichte man Lamastre und über den Col de Montreynaud ging es über Vernoux-en-Vivarais und St-Sauveur-de-Montagut zur nächsten Zeitkontrolle nach St-Pierreville, alles bekannte Monte Carlo Rallye Routen. Auf der nächsten Etappe wurden im Dörfchen St-Julien-du-Gua einige Teilnehmer durch Demonstranten, die die Bekanntheit des Rallyes für sich nutzen wollten, und die Beibehaltung der eigenen Schule forderten, behindert. Deshalb musste diese Spezialprüfung über den Col de la Fayolle im nachhinein annuliert werden. Dieser Rallyetag endete relativ früh, um h 16.00 erreichten die ersten Teilnehmer Vals-les-Bains, Zeit für ein gutes Abendessen und doch früh ins Bett, denn am nächsten Morgen wurde ab h 5.00 gestartet., zu einem langen Tag, dem dann auch noch die berühmt berüchtigte "Nacht der langen Messer" folgen sollte. Wir hatten uns inzwischen auf den 87. Platz verbessert.

Der Col de l'Echarasson, für manchen Navigator ein Problem

.... aber geil!

Im Morgengrauen des Dienstag wurde zur 538 Kilometer langen Etappe von Vals-les-Bains Richtung Monte Carlo gestartet. Zuerst führte die Überführungsetappe nordwärts, über den Col de l'Escrinet, Privas, die Umfahrungsautobahn um Valence und Bourg-de-Peage nach St-Nazaire-en-Royans. Für das, dort durch die Gemeinde angebotene Frühstück blieb leider keine Zeit, direkt ging es auf eine Gleichmässigkeitsprüfung über die D 76 Richtung Vassieux-en-Vercours. Nur, dieser Abschnitt hatte einen Haken, man musste die D 76 kurzfristig verlassen, über den Col de l'Echarasson, übrigens als Nebenstrasse total vereist, und danach die originale Route wieder aufnehmen. Auf der Michelin-Karte war dieser Weg nicht gut ersichtlich, wodurch viele Navigatoren die Abzweigung verpassten, und darum die maximale Strafzeit beim nächsten Kontrollpunkt kassierten. Die vielen Zuschauer wiesen allerdings den meisten den rechten Weg, man bekam die Strafpunkte also auch wegen den Strassenverhältnissen, eisglatt bergauf und ebenso bergab. Über den Col de Rousset mit seinen unzähligen Haarnadelkurven, den Col de Cabre wurde die Zeitkontrolle in Chabestan erreicht. Nach dem sehr schmalen Col de Faye und einer Durchfahrtskontrolle in Laragne Monteglin folgte eine Überführungsetappe über Sisteron nach Digne-les-Bains. Eine Herausforderung für die Fahrer stellte die Strecke über den mit Wintersperre belegten Pass Col de Corobin dar, die geforderte Geschwinigkeit über die durchaus schmale und kurvenreiche Strecke musste so schnell möglich durchfahren werden, um die Idealzeit einhalten zu können. Kleinere Fahrzeuge hatten auf dieser Etappe gegenüber den eher grossen, schwerfälligeren Mercedes, Volvo usw. einen gewissen Vorteil. Schönes, legendäres Monte Carlo Rallye Gebiet wurde mit dem Col de Bleine erreicht. Vor dieser Zeitkontrolle hatten wir um h 2.00 mittags erstmals Zeit für eine Tasse Kaffee und Christian kontrollierte die Schrauben seiner Radsterne. Unzählige Zuschauer hatten sich versammelt, die Alpine Clubs luden dann auch spontan zu essen und trinken aus ihrem Picknick Vorrat, und bewunderten im Gegenzug unsere A 108. Über den Col de Bleine, die Schlucht Clue de Aiglun, Roquesteron nach Gilette - wer hat nicht schon von dieser Strecke gehört. Diesmal konnte die Schlucht schneefrei befahren werden, was für alle nicht all zu viele Strafpunkte einbrachte. Das letzte Stück vom Pont Charles Albert über La Turbie und Cap d'Ail nach Monaco konnte zum Abschluss relativ entspannt gefahren werden.

Die Nacht der langen Messer

nachts am Hafen

Bei herrlichem Wetter konnten wir am späten Nachmittag die Ankunft am Hafen von Monte Carlo geniessen, die Hotelzimmer beziehen und etwas essen, bevor zur Schlussetappe aufgebrochen wurde - der berüchtigten Nacht der langen Messer. Die erste Spezialprüfung erfolgte über den Col de la Madonne nach l'Escarène, dort in hohem Tempo weiter über den Col de Braus mit seinen unzähligen Haarnadelkurven und den Col de Castillon nach Sospel, wo die Prüfung über den Col de Turini startete. Dieses Jahr brachte wenig Schnee und eisige Stellen auf dieser Etappe, schwieriger war es, die Gleichmässigkeitsprüfung von Lantosque auf den Col de la Porte in der vorgegebenen Zeit zu bewältigen. Die letzte Etappe des Rallyes von Luceram über den Col de Nice über die Durchfahrtskontrolle nach Laghet und weiter nach Monaco machte keine Schwierigkeiten mehr. Der einzige Nachteil des so grossen Starterfeldes war, dass die letzten Teilnehmer an den Start mussten, als die ersten Monte Carlo fast schon wieder erreicht hatten. Die Zielrampe am Hafen von Monaco zu überfahren - ein schönes Ziel nach einem anstrengenden Winterrallye, dass von Fahrer als auch Fahrzeug dieses Jahr alles abverlangte.

Eleganter Empfang in Monte Carlo

Die Organisatoren belohnten die Teilnehmer des Rallyes nach dem Finish mit purem Luxus. Wir waren im Heremitage einquartiert, dem elegantesten Hotel der Stadt, das Galadiner mit der Preisverleihung fand im Monte Carlo Sporting Club statt. Bei einem fünf gängigen Menu wurde der Sieger dieses 4. Monte Carlo Historique bekannt gegeben, Philip Armstrong und Frank Hussey aus Irland mit ihrem Mercedes Benz 220 SEB waren die strahlenden Gewinner dieses Rallyes, zweite die Italiener Luigi und Andrea Capsoni mit einem Fiat 124 Abarth Spider, gefolgt vom deutsch-englischen Team Deumel/Francis auf einem Porsche 356 B. Wir erreichten den 63. Platz, das Aufholmanöver nach dem ersten Schneechaos war also gelungen, und wir erreichten den dritten Platz in unserer Klasse. Christian freute sich riesig, keinen einzigen Defekt oder Reparatur während des ganzen Rallyes gehabt zu haben. Aber auch alle anderen freuten sich, diesen harten Wintertest mit ihren Oldtimern gut überstanden zu haben und damit die neue Oldtimer-Rallyesaison eröffnet zu haben.